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Plötzlich überkommt mich Ekel davor, dass es mit diesem und jenem, wenn nicht beinahe allem so ist, wie wenn sich am Sonntag Abend kein Gläschen Kapern, dafür aber nach kurzer Suche ein Kochbuch auftreiben lässt, welches glaubhaft verkündet, dass eigentlich gar keine Kapern an die originalen Königsberger Klopse gehörten.

(sic!)

Die kunstvoll zurechtentdeutlichte These, vielsinnig, bedeutungsscheinschwanger, nur nicht festlegen, so oder so, relativ, man sollte auch die andere Seite ..., bis zur Allgemeingültigkeit verdünndichtet, Auszugsmittel: Entf-Taste, Aquarellworttechnik.

Zuerst hört man Ideen, die knistern, glühen; verlockende Definitionen, Weltanschauen nach Zahlen. Da ist er, der Zündschlüssel; Benzin diese Begeisterung für das perfekte Zahnräderwerk aus Selbsterklärendem. Durchfahrene Nächte nicht Tortur sondern Vergnügen.

Später ist wahrscheinlich die Rede vom Quietschen und Ölen, von Trägheit, Reibung und überzähligen Rädchen, und vom Traum Perpeetuum Mobile. Das leuchtet ein. Man hält öfter auf altbekannten Raststätten, um sich die kribbelnden Beine zu vertreten; im Nacken die Sonne reist es sich doch viel schöner; was man am Strassenrand alles übersieht, wenn man durch die Dunkelheit rast.

Irgendwann, möglicherweise, geben fremde Stimmen den eigenen Gefühlen Worte; sie reden von der Unerfüllbarkeit menschlicher Sehnsüchte. Da beginnt man, an Orten zu verweilen, sie zu betrachten, eigene Erinnerungen zu konsumieren; verbraucht auch nicht mehr so viel.

Und dann schreibt man; über die Idee von den Ideen, glühend, knisternd, über verlockende Definitionen, über die Weltanschauung nach Mass; und möchte missverstanden werden, den gleichen Zündschlüssel neu schneiden.

Dann ist da noch diese vermutete Gewissheit, nichts selbst zu glauben, wahrhaft; jede Diskussion bloß Darbietung angenommerner Positionen, jede Motivation lediglich Produkt niederer Gefühle, jeder Streit nur Rauch einer Flamme von Eitelkeiten, nur Furcht vor Kratzern im Silber des eigenen Negativs.
Wo ist die Überzeugung, die es gegen Angriffe zu verteidigen gilt, die sich selbst Anlass und Schlüssel ist, wo mehr als ihr Bild, mehr als ihre Geschichte, gezeichnet, erfunden von anderen?

Dabeikannichnichteinmalrichtigverwendenwasichhabe.
Ich will nicht kunstvoll aufreihen können lernen müssen, den Satz als Rollstuhl auf dem linken Rad fahren üben; die dreckige Seite der Sucht ist das Verlangen nach dem Totschläger, jenem Wort, das Ausdrucksbedürfnis zu befriedigen, vollkommen, gegen jeden Widerspruch, dem Gegenteil des Universalwortes, dem eineindeutigen Wort für diese Situation, genau das Gefühl, eben den Gedanken, einzig jenen Wunsch.

 
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